Neues Semester – neue Energie

Letztes Semester ist mir etwas dazwischen gekommen.

Mittlerweile geht es mir etwas besser und auch die neuen Unterlagen sind da. (Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr neue Unterlagen meine Motivation beeinflussen?)

So richtig super geht es mir aber noch nicht wirklich und deshalb möchte ich mich stärker focussieren als sonst. Dieses Semester werde ich deshalb nur drei Fächer bearbeiten:

  1. Sicherheit im Internet
  2. BiWi 1A
  3. hier schwanke ich noch: Software Engineering, Einführung in OOP oder BiWi 1B.

Für Software Engineering spricht, dass der Klausurtermin weit vor den anderen Terminen liegt. Das Thema ist interessant, der Kurs aber für mich noch neu.

Für Einführung in OOP spricht, dass ich dann endlich die Voraussetzungen für das Software-Praktikum hätte. Das Thema ist für mich leider nur leidlich interessant, das habe ich schon viel zu oft gemacht. Bedeutet, dass das stofflich nur wenig zu Lernen ist, aber schooooon wieder? (*gähn*) Der Klausurtermin liegt mitten zwischen den anderen beiden Klausuren.

Für BiWi 1B spricht, dass es mir Spaß macht. Es ist einfach ein ganz anderes Gebiet als mein Informatik-Standard. Dafür ist es recht aufwändig, umfangreich und der Klausurtermin… der liegt ebenfalls nah zu den anderen Klausuren und ist dafür noch an einem normalen Wochentag (bei BiWi übrigens üblich…).

Ich warte mal die erste Übung für Software Engineering ab und dann schau ich mal.

Wenigstens kommt so langsam die Energie wieder.

Nullrunde

Es war an der langen Blog-Abstinenz schon ableitbar: ich habe im Moment extrem viel um die Ohren, beruflich wie privat.

Deswegen habe ich mich dazu entschieden, dieses Semester einfach mal ausfallen zu lassen. Für das nächste Semester bin ich mir noch nicht sicher, ob es ebenfalls eine Nullrunde wird oder ob ich ein/zwei Sachen mache.

Wieder einmal bin ich froh, an der FernUni zu sein: keiner wirft mich raus, weil ich mal ein paar schlechte Semester habe und (zu) lange brauche. Ich kann das Studium meiner Lebenssituation anpassen.

Warum das Studium an der FernUni besser klappt

Wenn ich mein Studium an der Präsenzuniversität mit dem Studium jetzt an der FernUni vergleiche,  merke ich, dass es mir mit der FernUni – trotz einiger Probleme – doch deutlich besser geht.

Warum ist das so?

Mir fallen direkt mehrere Gründe ein, doch der Wichtigste ist wohl, dass der Druck weg ist:

  • Kein banges Fragen, was denn wohl nach dem Studium kommt. Ob/wie schnell ich einen Job finden werde. Ich habe schon einen, also kann ich den Teil sehr entspannt angehen.
  • Kein Zittern, was ist, wenn ich etwas länger brauche oder die Noten nicht super-überragend sind – ich habe eine mehr als gute Rechtfertigung: ich habe neben dem Vollzeitjob studiert.
  • Falls ich das Studium schmeiße: kein Problem, ich muss ja keinem auf die Nase binden, dass ich es versucht, aber nicht geschafft habe.
  • Dadurch, dass ich bereits einen Job habe, der nah am Studienthema ist, fällt die Frage weg, was ich von den Inhalten gebrauchen kann. Im Gegenteil: durch meinen Praxisbezug kann ich das Wissen deutlich besser verankern.
  • Falls ich mal ein paar schlechte Tage habe, kann ich den Stoff noch nachholen – es gibt keine Vorlesungen, die ich verpassen könnte.
  • Insgesamt stehe ich besser im Leben: bin finanziell unabhängig, habe eine eigene Familie und weiß schon viel genauer, wer ich bin und wer ich sein möchte. Meine Sturm-und-Drang-Phase ist vorbei.

Hätte ich mein Präsenzstudium mit der gleichen Abgeklärheit und dem gleichen Selbstbewusstsein bestritten, wie ich es jetzt mit der FernUni mache – ich wäre garantiert fertig geworden.

So gesehen, ist es schon irgendwie ein Luxus, ohne diesen ganzen Stress studieren und mich ganz auf die Inhalte konzentrieren zu können.

Kernthemen: wie trenne ich Wichtiges vom Unwichtigen?

Am Anfang eines Semesters kann es einen Fernstudenten schon erschlagen: da kommen mehrere Kilo Papier ins Haus, die alle schreien “lies mich – am Besten jetzt”.

Wer nur nebenberuflich studiert, stellt mit einem Schlag fest, auf was er sich da eingelassen hat: diese Menge an Stoff, in nur einem Semester?! Und dann noch alles lesen? Das alles?

Ganz ehrlich: ich habe noch keinen Kurs komplett gelesen. Ein einziger Kurs hat es geschafft, von mir beinahe komplett gelesen zu werden: die Einführung in Mensch-Computer-Interaktion. Lediglich den Teil zu Qt und zu xml habe ich nicht gelesen. Das waren zu viele Details, die ich mir eh nicht merken konnte und wollte.

Grundsätzlich besteht die Kunst darin, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Besonders dann, wenn es “nur” um Klausuren geht.

An einer Präsenzuniversität ist es ein wenig einfacher, da geben die Dozenten während der Vorlesung gerne mal Hinweise wie “besonders wichtig”, “gerne in Klausuren gefragt”, “mein Lieblingsthema” und so weiter.

Das hat man an der FernUni Hagen erst einmal nicht, da ist die Stoffvermittlung textbasiert und persönliche Anmerkungen des Dozenten sind eher selten.

Trotzdem kann man sich die wichtigen Themen recht schnell erschließen:

  • In den Lernzielen stehen die Kernpunkte, die der Dozent für unbedingt lernenswert erachtet.
  • Auch im Vorwort oder in einer Zusammenfassung werden die wichtigsten Punkte genannt, evtl. sogar mit einer Begründung bzw. Herleitung oder einer Einordnung in den historischen Kontext. Zusammenfassungen verbergen sich gern im Fließtext und fangen an mit “zusammenfassend lässt sich sagen…” Hier hilft die PDF-Version des Kusrtextes, der sich leicht nach den Stichworten durchsuchen lässt.
  • In den Selbsttestaufgaben sollen besonders wichtige Punkte vertieft oder gefestigt werden. In den Lösungen dieser Aufgaben sind die Kernthesen und wichtigen Punkte meistens besser zusammengefasst als im restlichen Studienmaterial.
  • Teilweise stehen wichtige Stichworte in den Randbemerkungen.
  • Hin und wieder sind wichtige Punkte innerhalb des Textes hervorgehoben durch Kästchen, Symbole, kursive oder fettgedruckte Schriftart.
  • Der ein oder andere Dozent verwendet auch Übersichtsgrafiken oder Tabellen zur Orientierung.
  • Weitere Einblicke geben ein evtl. vorhandes Glossar oder auch ein Index: was hier steht, war dem Dozenten wichtig genug, um es zu kennzeichnen.
  • Als Exkurs markierte Bereiche können ausgelassen werden.
  • Im Kursbegleitschreiben (dem X-Schreiben) wird auch gerne schon mal eine Stoffeinschränkung vorgenommen. Diese Schreiben unbedingt beachten!

In einem ersten Durchblättern mache ich diese Stellen ausfindig und schaffe mir so einen Überblick über das Thema und die Kernaussagen des Textes. Oft reicht das schon zusammen mit vorhandenen Vorkenntnissen aus. Wo es nicht ausreicht, lese ich die entsprechenden Passagen in einem weiteren Schritt komplett oder suche mir die Informationen in anderen Texten bzw. im Internet. Auch das Literaturverzeichnis kann einen wertvollen Beitrag zur Lektüre liefern.

Ein komplettes Lesen ist nur dort notwendig, wo es in Multiple Choice Aufgaben detailgetreu abgefragt wird und einzelne Formulierungen entscheiden.

Gefestigt und ggf. ergänzt werden diese Kernpunkte dann noch durch die Einsendeaufgaben, alte Klausuren oder Probeklausuren. Diese werden oft schon durch den Lehrstuhl angeboten oder aber auch über die jeweilige Fachschaft. Es lohnt sich, bei älteren Semestern einmal nachzufragen, wie es denn war und welche Schwerpunkte gesetzt wurden. Auch hier gilt: die Lösungen des Lehrstuhls stecken vollerr Hinweise und schöner, knapper Zusammenfassungen.

Bei einigen Kursen werden noch die Studientage angeboten. Die sind unersetzbar. Hier hat man als Student direkt die Möglichkeit, den Dozenten zu löchern. Zusätzlich gilt: was hier vorkommt, ist auch wichtig!

Eine weitere Möglichkeit bieten die angebotenen Newsgroups oder Moodleforen. Hier kann man auch direkt nachfragen, wie wichtig denn Themengebiet xy ist oder schon mal eine Zusammenfassung schreiben und fragen, ob damit alles Wichtige erfasst ist. Einige Dozenten nutzen diese Werkzeuge auch, um vor der Klausur eine Stoffeinschränkung oder Fragenkataloge zu posten. Deshalb unbedingt diese Angebote nutzen! Es lohnt sich, bereits vor der Belegung der Kurse schon einmal hier herein zu schauen und sich einen Überblick zu verschaffen (man kommt so z.B. schon an die Fragenkataloge der früheren Semester und kann sie mit dem eigenen vergleichen).

Reagiert der Lehrstuhl nicht auf Postings in der Newsgroup (soll ja schon mal vorkommen), dann direkt an die Betreuer schreiben und dort die Fragen stellen.

Bei all diesen Quellen immer darauf achten, welche Gebiete mehrfach auftauchen: Das ist in einer Selbsttestaufgabe, auf dem Studientag und in einer Probeklausur vorgekommen? Das Thema ist heiß!

Was heißt das also: wichtig sind genau die Themen, die an diesen neuralgischen Punkten stehen. Dabei gilt: je häufiger ein Thema vorkommt, desto wichtiger ist es auch.

Motivation – wie geht das? (II)

Im zweiten Teil meiner Motivations-Serie widme ich mich dem Thema: Abwechslung.

Abwechslung ist etwas, das für mich recht wichtig ist. Ich zähle zu den so genannten “Scannern“, die sich für unheimlich viele verschiedene Gebiete interessieren und manchmal gar nicht wissen, wie sie mit der riesigen Auswahl interessanter Themen umgehen sollen. Nur ein einziges Thema zu bearbeiten, wäre mir persönlich schlicht zu langweilig.
Das ist einer der Gründe, warum es für mich sinnvoll ist, nicht nur berufsnah Informatik zu studieren, sondern auch Bildungswissenschaft. Natürlich deckt sich das auch mit meinen Interessen :-)

Wenn ich nach Hause komme, ist es für mich am Leichtesten, mit einem Thema zu beginnen, dass möglichst nichts mit meiner Arbeit zu tun hat.

Deswegen steht bei mir meistens die Beschäftigung mit Bildungswissenschaften am Anfang eines Lernabends. Darauf freue ich mich schon während der Arbeit, besonders, wenn es so langsam auf den Feierabend zugeht. Das bedeutet, dass meine zu überwindende Hürde etwas leichter zu nehmen ist. Und darum geht es ja bei der Motivation: sich dazu zu bewegen etwas zu tun.

Wenn ich dann mit diesem Bereich fertig bin (d.h. nach 2-3 Pomodoros), mache ich eine etwas längere Pause (meistens koche ich dann eine Kanne Tee – Earl Grey, heiß) und nutze dann die gewonnene Energie um mit Informatik weiter zu machen, möglichst ebenfalls für 2-3 Pomodoros.
Vorteile:

  1. meine Anfangshürde ist geringer und ich komme in einen Lernflow, manchmal sogar in einen Lernflash
  2. die Einheiten haben thematisch wenig bis gar nichts miteinander zu tun. Dadurch vermeide ich eine Überlagerung der Inhalte, die so genannte Interferenz.
  3. durch häufigere kleinere Lerneinheiten fördere ich auch das Wiederholen und damit das Behalten und Verstehen des Stoffes.

Klar, das ist der optimale Fall und in meinen Wochenrückblicken ist mehr als deutlich zu lesen, dass ich derzeit nicht über ausreichend Freizeit für dieses Vorgehen verfüge und mich durch Modulbeschränkung durch dieses Semester bringen muss.

Trotzdem hat sich diese Vorgehensweise (für mich) als sinnvoll erwiesen.

Wie sieht es bei Euch aus: braucht Ihr eher Abwechslung beim Lernen oder konzentriert Ihr Euch lieber nur auf ein Fach? Oder macht Ihr es sogar ganz anders?