Kreise ziehen – Vorbereitung auf die Klausur

Es gibt viele Wege, sich auf eine Klausur vorzubereiten.

Nicht jeder Weg eignet sich für Jeden. Es gibt Menschen, die Lernen für eine Klausur, indem sie immer wieder den Kurstext lesen.

Andere schreiben Hunderte von Karteikarten, um mit denen zu lernen.

Meine bevorzugte Strategie für Klausuren ist das Kreise ziehen:

Es ist wie eine Art Zielscheibe: zuerst beginne ich mit dem wirklich Wichtigen, dem, was schon in früheren Prüfungen abgefragt wurde, dann weite ich den Stoffkreis immer weiter aus – je nach Zeit, die noch verfügbar ist.

1. Kreis

  • Bersorge alle alten Klausuren, die Du bekommen kannst (und die von Deinem Prüfer gestellt wurden!)
  • Sehe die Klausuren durch und führe eine Statistik über die Themen und Aufgabentypen
  • Nimm eine beliebige Klausur und fange an, sie zu bearbeiten. Einiges kannst Du schon, anderes noch nicht.
    • Berechne die Punkte der Aufgaben, die Du bereits lösen konntest – Gutes Gefühl, oder?
    • Erarbeite Dir die Lösung zu den Aufgaben, die Du noch nicht lösen kannst mit Hilfe der Kurstexte, den Übungsaufgaben, der Newsgroups, des Internets und der Musterlösungen (in dieser Reihenfolge!)
    • Erstelle Dir nebenbei einen Pfuschzettel mit den Dingen und Formeln, die Du Dir nicht merken kannst.
  • Mache weiter mit den anderen Klausuren. Der Teil, den Du bearbeiten kannst, steigt. Teilweise kommt noch der Pfuschzettel zum Einsatz, aber es wird immer weniger.
  • Hake in der Themen-Statistik diejenigen ab, die Du geschafft hast. Dafür geht auch ein Ampelmodell: grün: ohne Probleme, gelb: mit kurzem Nachschauen, rot: mit viel Hilfe. Nach und nach werden die Themen ins Gelbe und sogar ins Grüne steigen.

2. Kreis:

noch Zeit? Dann:

  • Nimm Dir die Aufgaben und Folien aus dem Studientag vor (falls es den nicht gab, mache weiter bei Kreis 3)
  • Auch hier wieder: erstelle eine Liste der Aufgaben und Themengebiete
  • Rechne alle Aufgaben so, wie auch schon im ersten Kreis und hake sie ab.
  • Versehe Folien mit Anmerkungen (besonders dann, wenn es noch eine Tonspur dazu gibt)
  • Was wurde gesagt, was klausurrelevant ist? Zählt das zu den grünen und gelben Themen?
  • Schreibe einen neuen Pfuschzettel

3. Kreis:

Immer noch Zeit? Dann:

  • Mache die Übungsaufgaben.
  • Nimm Dir diejenigen Aufgaben als erstes vor, die noch auf Rot stehen.
  • Dann die Aufgaben, die auf Gelb stehen.
  • Dann die anderen.
  • Schreibe einen neuen Pfuschzettel

4. Kreis:

Noch mehr Zeit? (warum machst Du Dir auch so viel Sorgen?)

  • Lese die Lernziele aus dem Kurstext: kannst Du daraus abgeleitete Fragen beantworten?
  • Mache die Selbsttestaufgaben.
  • Bearbeite noch einmal die Klausuren
  • Schreibe einen neuen, sehr guten Pfuschzettel

Bleibt nur noch die Frage, warum ich so oft nur bis zum zweiten Kreis komme?

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Fertig

Bin ich.

Die letzten beiden Arbeitswochen waren extrem anstrengend. Für Freizeitaktivitäten jedweder Art war keine Energie mehr. Erst recht nicht für’s Lernen…

Und die wichtigste Klausur rückt unaufhaltsam näher.

Das ist das Problem am Studieren neben dem Job: Fallen extrem Überstunden an, war es das erst einmal wieder mit Studium.

 

Aber noch ist Licht am Ende des Tunnels. Und ich weigere mich, an einen Zug zu denken 😉

Und weiter geht’s

oder: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Am 03.09. geht es weiter mit der nächsten Klausur: Algorithmische Mathematik.

Das schöne daran:

  • die Themen hatte ich schon größtenteils in der Ausbildung und ich hatte großen Spaß daran.
  • es gibt eine Videoaufzeichnung des Studientages.
  • ich habe einen umfangreichen Fundus an alten Klausuren inkl. Musterlösungen.
  • alte Übungsaufgaben sind auch von mehreren Jahrgängen vorhanden.

Es ist mal wieder eine Leistungsnachweisklausur, also gibt es wieder nichts zu verlieren und ich kann ganz entspannt lernen.

Die Ruhepause nach der letzten Klausur hat auch gut getan und jetzt geht es wieder frisch ans Werk!

Erledigt

So, die erste Klausur für dieses Semester habe ich hinter mich gebracht.

Ob sie bestanden ist, bleibt noch abzuwarten, es gab neue Aufgabentypen und mir wurde die Zeit etwas knapp. Trotzdem fand ich die Klausur fair gestellt. Besonders schwierig waren die Aufgaben nicht, mit etwas Nachdenken durchaus lösbar. Halt nur ungewohnt und auch schreib- und zeitaufwändig.

Ich bin gespannt.

Ein gutes Gefühl habe ich alleine schon deswegen, weil ich das Ganze durchgezogen habe. So nach einigen Jahren wieder eine Klausur zu schreiben, war schon eine Herausforderung.