Lernsüchtig?

Nun liegt mein Entschluss, eine Studienpause zu machen, schon eine ganze Weile zurück.

Ich bin einerseits erstaunt, andererseits aber auch erschreckt, wie viel Zeit das Studium in Anspruch genommen hat und wie sehr mich alles wieder zu meinen Lernunterlagen zieht.

Vor kurzem kam das Schreiben, dass mich an die Rückmeldefrist erinnern soll – und schon hänge ich wieder mitten in den Gedankengängen, ob ich nicht vielleicht doch eine Klausur… Also nur eine, jetzt nix Großes, aber…

Irgendwie so muss sich ein Süchtiger ohne sein Suchtmittel vorkommen. Kann man tatsächlich lernsüchtig sein?

Es ist wirklich unheimlich:  das Lernen hat mich an den Rand der Belastungsgrenze getrieben, es kostet mehr als nur Geld und Zeit, nämlich auch reichlich Nerven. Der Prüfungsdruck ist extrem hoch. Und trotzdem kann ich nicht davon lassen.

Die Zeit ohne Uni habe ich damit verbracht, mich in Themen einzulesen, in denen ich mich noch nicht so gut auskannte, habe neue Fertigkeiten gelernt. Ohne Lernen scheint es für mich nicht zu gehen. Das Einzige daran, was mich anscheinend kaputt macht, sind die Prüfungen. Denn Lernen nur um mir was neues anzueignen, seien es nun Wissen oder Fähigkeiten, macht mir immer noch viel Spaß und hinterlässt ein gutes Gefühl.

6 thoughts on “Lernsüchtig?

  1. Hallo,

    ich kann dich nur zu gut verstehen. Mir geht es nämlich sehr ähnlich wie dir. Selbst wenn ich nicht dezidiert lerne, so lese ich viele Sachen nach und beschäftige mich stundenlang Dingen, die mich interessieren. Das hat mich eigentlich auch (wieder) zum Studium gebracht, denn ich dachte mir, wenn ich schon soviele Tutorials usw. mache, könnte ich das Ganze auch in geordnete Bahnen bringen und lt. einem Lehrplan lernen. Im Prinzip ist es mir fast egal was ich lerne, hauptsache ich lerne.

    In meinem Blog habe ich dazu auch einen Beitrag namens „Die Sucht nach Fokus“ (http://wirtschaftsinformatik-hagen.blogspot.co.at/2013/06/die-sucht-nach-fokus.html) geschrieben. Der liest sich ähnlich wie dein Beitrag hier. Auf den unmittelbaren Klausurenstress könnte ich natürlich verzichten, aber irgendwie gehört das eben dazu und geht auch wieder vorbei. Außerdem stärkt es sowohl Persönlichkeit als auch Selbstvertrauen, sich unangenehmen Situationen zu stellen und nicht vor ihnen zu flüchten.

    Manche halten mich für leicht verrückt, neben Familie und Beruf (und einem bereits abgeschlossenen Studium) nochmal zu studieren. Sie verstehen dabei aber nicht, dass das für mich keine Strafaufgabe, sondern pure Freizeitgestaltung ist. Wenn sie fernsehen, lerne ich eben.

    MfG,
    Markus

  2. Hallo Chris,

    mein Name ist Heike und ich bin Lernsüchtig.😉

    Auch ich habe mittlerweile das ein und auch das andere Studium hinter mich gebracht und denke jetzt schon wieder über eine neues Studium nach. Alle halten mich für verrückt aber mir macht es einfach Spaß was neues zu lernen und mich weiter zu bilden.

    Ich hab auch schon angefangen einen Blog zu schreiben, bin aber noch am Anfang.

    Irgendwie ist es beruhigend zu wissen, dass ich nicht alleine auf der Welt bin mit meiner Sucht. =)

    • Hallo Mathias,

      es gibt auch einfach nichts besseres🙂

      Und an den Kommentaren sieht man ja auch recht deutlich, dass das kein so ungewöhnliches Phänomen ist.

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