Kleider machen Noten – das Aussehen der Klausur

In einer Klausur kommt es nur darauf an, dass der Inhalt stimmt.

Der Inhalt macht die Note.

Das denken unheimlich viele Studenten.

Das stimmt natürlich auch – aber nicht ganz. Denn auch, wenn es so scheint, gibt es bei einer Klausur (so sie nicht nur aus Multiple Choice Aufgaben besteht) nicht nur schwarz und weiß. Es gibt eine Komponente, die gerne übersehen wird: die Person, die die Klausur korrigiert. Sie entscheidet im Zweifelsfall, ob eine Antwort noch eben richtig oder doch ganz knapp am Thema vorbei ist.

Und in einer solchen Situation möchte doch jeder, dass die Antwort so gerade eben noch richtig ist, oder?

Ich selbst habe auch schon mehrere Klausurjahrgänge korrigiert, deshalb hier der ultimative Anti-Ratgeber für das Aussehen von Klausuren:

  • Schreibe mit Deiner schlimmsten Sauklaue
    Das zwingt den Korrektor wenigstens dazu, sich mit Deiner Klausur lange und gründlich auseinanderzusetzen und nicht einfach nur so die Antwort zu lesen.
  • Gliedere Deine Antwort optisch nicht
    Absätze und Aufzählungen verschwenden nur Platz und werden überbewertet.
    Außerdem kann dann der Korrektur nicht einfach nur die Punkte abhaken – Du hattest Arbeit in der Klausur, er darf auch welche haben.
  • Schreibe möglichst eng
    ist doch nicht Dein Problem, wenn der Korrektor ein nachträglich eingefügtes Wort oder einen nachträglich eingefügten Satz nicht entziffern kann. Der wird schließlich dafür bezahlt, Deine Klausur unter die Lupe zu nehmen.
  • Sollte der Platz trotzdem nicht reichen, schreibe irgendwo anders weiter. Mache bloß nicht kenntlich, wo.
    Der Korrektor hat schließlich sonst keine Hobbies. Er liebt es, die gesamte Klausur auf der Suche nach den Fortsetzungen zu durchblättern.
  • Lasse außerdem über der Fortsetzung die Nummer der Aufgabe weg.
    Erkennt man doch am Inhalt, zu welcher Aufgabe die Fortsetzung gehört.
  • Streiche viel durch und schreibe es an anderer Stelle neu, ohne zu kennzeichnen wo.
    Wie gesagt: Schnitzeljagden sind toll.
  • Nummeriere die Seiten nicht und tackere sie wahllos zusammen.
    Es macht dem Korrektor Spaß, die Klausur von rechts auf links zu drehen.
  • Schreibe Deinen Namen nicht auf die einzelnen Blätter
    Ist doch schließlich nicht Deine Schuld, falls sich die Tackernadel löst und nur noch ein Papierstapel übrig ist, der sich keiner Person mehr zuordnen lässt. Deine Schrift erkennt man schließlich.
  • Mache nirgendwo kenntlich, welche Aufgaben Du bearbeitet hast.
    Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, wenn der Korrektor das selbst macht – auch bei den anderen 400 Klausuren.
  • Lasse auch bei den Antworten die Nummern der Aufgaben oder der Unterpunkte weg.
    Naja, wir hatten es ja schon: der Inhalt zeigt doch, worum es geht.
  • Lasse keinen Korrekturrand
    Dann kann auch niemand was Böses schreiben. Außerdem hast Du für das Papier bezahlt, da darfst Du ruhig jeden Quadratmillimeter ausnutzen.

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