Berge von Notizbüchern

könnten sich bei mir schon anhäufen, würde ich befolgen, was in vielen Produktivitätsbüchern steht.

In einem der ersten Kapitel steht dann wirklich sehr häufig:

Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch, in das Sie Ihre Erfolge und Gedanken eintragen.

Manchmal gibt es noch Hinweise dazu, wie das Notizbuch denn beschaffen sein sollte. Neben Hinweisen zu Format und Papierqualität – die ja noch nützlich sein können – werden auch Hinweise gegeben, wie viel es denn kosten soll:

Buy the best you can afford.

Ist ja auch klar: schließlich hält der vorliegende Ratgeber eine Fülle nie da gewesener Hilfen bereit, diese Ideen und Gedanken in einen schnöden Block zu schreiben, wird ihnen nicht gerecht. Es sollte schon das beste sein, was man sich gerade noch so leisten kann.

Einerseits ist es richtig: solche Gedanken und Erkenntnisse brauchen einen Platz. Sie sollen zu Papier gebracht werden und haben auch alle Sorgfalt verdient.

Andererseits: ein Notizbuch für sagen wir 20 Euro würde bei mir verstauben, weil es ich auf den richtigen Moment warte, auf das richtige Thema, damit dieses Wunderwerk der Buchbindekunst nicht verschwendet ist an alltäglichen Einheitsbrei. Ob die neuen Erkenntnisse des Wunderratgebers aber ein Aufschreiben lohnen, weiß ich ja erst hinterher. Dann ist es aber unter Umständen schon zu spät.

Und so kommt es, dass ich tatsächlich das ein oder andere recht hübsche (natürlich jungfräuliche) Notizbuch besitze. Wirklich nutzen tue ich allerdings die ganz einfachen dickeren A5 Ringbücher, wie man sie auch hin und wieder bei den Discountern bekommen kann.

Die haben die Vorteile, dass

  • sie nicht all zu teuer sind (auch die ansprechenden nicht),
  • sie leicht zu bekommen sind,
  • ein Kugelschreiber problemlos an der Drahtspirale befestigt werden kann – auch platzsparend innen in der Spirale,
  • sie aufgeschlagen liegen bleiben,
  • dass sie sich entsprechend umschlagen lassen, so dass ich auch immer weiß, wo ich gerade bin. (Ginge alternativ auch mit einem Post It) und
  • dass ich auch mal eine Seite rausreißen kann ohne weiteres Blatt in Mitleidenschaft zu ziehen.

In diese Bücher kann ich einfach alles reinschreiben: von der Taskliste über spontane Einfälle bis hin zu eben solchen interessanten Passagen aus Sachtexten.

Mittlerweile schmunzele ich nur noch, wenn ich die Empfehlung nach einem wirklich tollen, wunderbaren, einzigartigen Notizbuch lese. Denn wichtig ist doch nur, dass ich meine Erkenntnisse irgendwo nachvollziehbar festhalte. Ob das jetzt mit einem Montblanc-Füller in einem handgearbeiteten Notizbuch mit handgeschöpftem Papier ist oder mit einem Kugelschreiber (immerhin ein 4-Farb-Stift!) in einem schnöden Notizblock ist eigentlich egal.

Kann mir nur mal jemand erklären, warum ich trotzdem so gerne im Notizbuchblog stöbere?

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